Mein Bauch gehört mir … nicht mehr

Jedes Jahr Anfang April, wenn die Tulpenspitzen durch den Boden brechen und das Basilikum auf dem Fensterbrett nicht mehr erfriert, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Holzpanelen erwärmt haben und die Mittagstemperatur die 20-Grad-Marke fast erreicht, treffen wir uns auf der Terrasse von Tscheers Penthouse, mit Blick über Stadt und Fluss. Zum "Bräunen". Gründliches Bräunen ist eine ziemliche Biesterei, und Frau Doktor Tscheer, die bekanntlich nichts dem Zufall überlässt, bereitet die OP vor. Wir bräunen natürlich mit Farbe. Tscheer hat sich eingehend mit der Sache befasst. Im Konkurrenzkampf zwischen Sonnenstudio, Strand und Farbe aus der Tube liegt die Tubenfarbe aus gesundheitlichen Erwägungen und vor allem hinsichtlich des Effekts eindeutig vorne. Allerdings nur, "wenn man es richtig macht"! Dazu gehört ein sorgfältiges Peeling: Die zu färbenden Körperteile sind am Abend und am Morgen vor der Behandlung mit einem rauen Schwamm abzuschuppen und anschließend gewissenhaft einzucremen. "Die Haut muss feucht sein. Elastisch durch Feuchtigkeit", doziert Tscheer. Auf dem Weg zur Behandlung in "Tscheer's Tanning Studio" dürfen keine engen Strümpfe oder Höschen oder Schuhe getragen werden, damit es keine überflüssigen Einschnitte oder Dellen gibt. Die Nagelbetten und der Bereich unter den Fingernägeln muss mit einem kleinen Polster aus extrem fettiger Fettcreme geschützt werden. Die Hornhaut an Fersen, Ballen und gegebenenfalls Knien und Ellenbogen muss am Vortag entfernt und mit Ringelblumenfett eingeschmiert worden sein. Und zwar, wie Tscheer nicht müde wird zu betonen, "mehrfach"!